orgacell sc® mb

1 Ergänzungsfutter, 4 Komponenten: Hefe (lebend und inaktiviert), Mykotoxinbinder und Phenol

Auf einen Blick

  • stabilisiert den Pansen, besonders unter Stress
  • unterstützt die Futteraufnahme
  • spezielle Aromastoffe
  • enthält Bentonit – Bindung des Mykotoxins Aflatoxin B1 bei Rindern, Schweinen und Geflügel

orgacell sc® mb vereint die positiven Eigenschaften von Lebendhefe, inaktivierter Hefe und Phenol mit der Aflatoxin B1 Bindung von Bentonit.

Anwendung

Die Anwendung von orgacell sc® mb sollte ab 1 - 2 Wochen vor der Kalbung über die gesamte Laktation bis zum Trockenstehen erfolgen. orgacell sc® mb kann auch an Mastrinder und weibliche Nachzucht verfüttert werden.

Dosierung: orgacell sc® mb wird mit einer Dosierung von 20 g je Tier und Tag verfüttert.

Verpackung: 20 kg Sack

Die Lebendhefe in orgacell sc® mb besteht aus Kügelchen, bei denen die lebenden Hefezellen von einer Schicht inaktiver Hefe ummantelt werden. Das ist wichtig, damit die Lebendhefe erst im Pansen aktiv wird und vor Luft, Feuchtigkeit und Gärsäuren geschützt bleibt.

Ein gut funktionierender Pansen ist die Grundvoraussetzung für eine gesunde, leistungsstarke und fruchtbare Kuh. Hefen haben seit langer Zeit zu Recht einen festen Platz in der Tierernährung. Zahlreiche Versuche belegen wirksame Effekte auf Faserverdauung, Leistung und Gesundheit.

Durchschnittliche Effekte aus zwei Versuchen

1. Feldversuch Frankreich, 541 Kühe von 22 Betrieben
2. Universität Utrecht, 67 Kühe

Milchfett & Milcheiweiß Produktion Milchleistung
Milchfett (g/Tag) Milcheiweiß (g/Tag) (kg/Tag)
Kontrolle Lebend­hefe Kontrolle Lebend­hefe Kontrolle Lebend­hefe
1.  1199 1254 (+ 55 g) 894 938 (+ 44 g) 27,1 28,6 (+ 1,5 kg)
2.  1360 1380 (+ 20 g) 1170 1230 (+ 60 g) 33,8 35,7 (+ 1,9 kg)

Quelle: Lesaffre Feed Additives

Verdaulichkeit von Fasern

Trotz der relativ geringen täglichen Dosis bewegt die Hefe im Pansen viel. Nach ca. 4 Wochen wird der Effekt der besseren Faserverdauung im Kot sichtbar. Weniger Futterreste bedeutet, es stehen dem Tier mehr Nährstoffe zur Verfügung.

Siebtest

Siebtest: Fütterung ohne Lebendhefe
Fütterung ohne Lebendhefe

Der Siebtest bietet mit einfachsten Mitteln die Möglichkeit, sich ein Bild von den Vorgängen im Verdauungstrakt der Kuh zu machen. Eine Kotprobe wird in ein gewöhnliches Haushaltssieb gegeben und mit Wasser ausgespült, bis das Wasser klar ist. Zurück bleiben die unverdauten Futterbestandteile. Menge und Art der Rückstände zeigen die Intensität der Verdauung an.

Siebtest: Fütterung mit Lebendhefe
Fütterung mit Lebendhefe

Wird Lebendhefe gefüttert, ist dies deutlich sichtbar an einer reduzierten Menge an Reststoffen. Dabei nimmt besonders der Anteil an Maiskörnern ab.

Wirkung der in orgacell sc® mb verwendeten Lebendhefe Saccharomyces cerevisiae im Pansen

Lebendhefe verbraucht den Sauerstoff im Pansen

orgacell sc mb: Lebendhefe SC 47, Gehalt an Propionat

Lebendhefe reduziert Sauerstoff, die Zellulose abbauenden Mikroorganismen nehmen zu. Das zeigt sich schon nach kurzer Zeit im Kot der Tiere; Faser- und Körnerreste nehmen ab. Durch die Bindung des Sauerstoffes an Lebendhefe steht mehr freier Wasserstoff zur Bildung von Propionsäure zur Verfügung. In der Leber wird diese später in den Energielieferanten Glukose umgewandelt.

Lebendhefe hält den Pansen-pH-Wert im optimalen Bereich

orgacell sc mb: Lebendhefe SC 47, Stabilisierung des pH-Werts

Der Pansen-pH-Wert wird auf dem erforderlichen Niveau gehalten, Schleimhaut und Mikroflora werden geschützt.

Pansen-Querschnitt
Pansen-Querschnitt

Ein dichter „Rasen“ aus Pansenzotten kennzeichnet einen leistungsfähigen Pansen. Tiefe pH-Werte können durch Säuren die Pansenzotten derart beschädigen, dass der „Rasen“ regelrecht Löcher bekommt und sich die Verdauung des Futters verschlechtert.

Bindemittel Bentonit

orgacell sc mb: Bindemittel Bentonit

Bentonit mit einem Smektitgehalt von ≥ 70 % ist von der EFSA (europ. Behörde für Lebensmittelsicherheit) als Mykotoxinbinder für Aflatoxin B1 registriert worden. Tonminerale wie Bentonit bestehen aus einzelnen Silikat-Schichten, die wie Blättchen übereinander liegen. In dem Raum zwischen den Schichten ist Platz für fremde Ionen und Moleküle.

orgacell sc mb: Aflatoxin B1 Adsorption

So auch im Smektit, der über eine besonders große innere Oberfläche von 600 - 800 m² je g verfügt und auf diese Weise auch organische Komplexe wie Myko- und Endotoxine aufnehmen und aus dem Tier schleusen kann.

Mykotoxine, die Unberechenbaren

Pilze können sowohl auf dem Feld, als auch während der Lagerung auf Futtermitteln wachsen. Die von den Pilzen in der Vermehrungsphase produzierten Toxine sind oft nicht sichtbar und beim Tier schwer zu diagnostizieren. Es gibt kaum Grundfutter, das völlig frei von Pilzbelastung ist. In der Regel finden sich je nach Klima immer mehrere verschiedene Toxine im Futter, die sich in ihrer schädlichen Wirkung meistens noch verstärken. Je nach Zustand des Pansens kann ein Teil der Mykotoxine durch Mikroorganismen unschädlich gemacht werden. Wird die Belastung zu hoch oder ist das Tier geschwächt, kommt es zu Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, struppigem Fell und meistens hohen Zellzahlen durch eine erhöhte Abwehrreaktion im Euter. Eine kontinuierliche, prophylaktische Gabe von Mykotoxinbindern ist daher sinnvoll, um die Belastung für den Organismus niedrig zu halten und die Tiergesundheit zu sichern. Lebendhefe und inaktivierte Hefe zur Optimierung der Pansenfunktion komplettieren die positive Wirkung von orgacell sc® mb hinsichtlich der Wirkung gegen Mykotoxine.

Phenole

orgacell sc® mb enthält eine standardisierte Phenol-Komponente. Phenole machen freie Radikale unschädlich, die sich negativ auf die Tiergesundheit auswirken. Übermäßig viele freie Radikale entstehen im Körper zum Beispiel, wenn das Tier durch Hitze, Kalbung oder hohe Leistung erhöhtem Stress ausgesetzt ist. Der Einsatz von Phenolen führt nachweislich dazu, dass weniger Vitamin E und Selen als Radikalfänger (Antioxidantien) verbraucht werden. Das beugt einem Vitamin E und Selenmangel vor und diese wichtigen Substanzen stehen dem Tier für Wachstum, Fruchtbarkeit und andere Aufgaben zur Verfügung.

Hefe

Inaktivierte Hefe enthält u. a. Enzyme und B-Vitamine und hat einen positiven Einfluss auf die Mikroflora im Verdauungstrakt. Substanzen der Hefezellwand haben bindende Eigenschaften und aktivieren die Immunabwehr des Tieres.

Inhaltsstoffe und ihre Effekte

Bentonit

bindet Mykotoxine
–> bessere Tiergesundheit, besonders im Euter (Zellzahlen)

schleust Gifte aus
–> Schutz der Organe, besonders Darm

Sofortige Wirkung, darum sind Effekte wie Zellzahlsenkung oft nach wenigen Tagen zu sehen, ggf. sinkt Harnstoffgehalt innerhalb von 2 - 3 Wochen

Phenol

fängt freie Radikale ab
–> weniger Stress, mehr Vitamin E und Selen verfügbar

entlastet und aktiviert das Immunsystem
–> mehr Energie für Leistung, stärkt körpereigene Abwehr, weniger Infekte, unterstützt Tier- und Eutergesundheit

Schnelle Wirkung auf Euter, darum sind Effekte wie Zellzahlsenkung oft nach wenigen Tagen zu sehen. Bessere Fruchtbarkeit erst nach > 3 Monaten auswertbar

Inaktivierte Hefe

Zellwände
–> binden Toxine und Erreger

aktiviert das Immunsystem
–> stärkt körpereigene Abwehr

breites Aminosäuremuster
–> hochwertiges Eiweiß für die Pansenmikroben

Mikro-Nährstoffe
–> B-Vitamine, Biotin, organische Spurenelemente

Schnelle Bindung von Toxinen und Erregern, positive Wirkung auf die Pansenmikroben (ca. 4 Wochen). Auf Zellzahlen und Fell achten.

Lebendhefe

bindet O2
–> fördert positive Pansenbakterien

stabiler pH
–> bessere Faserverdauung, mehr Milchfett, bessere Tier- und Klauengesundheit, Entgiftungsfunktion

mehr Propionsäure
–> mehr Energie aus dem Futter

mehr mikrobielles Eiweiß
–> hochwertiges Protein zur Milchproduktion

Wirkung auf die Pansen-mikroben und das Milieu dauert ca. 4 Wochen. Auf Kot achten: Weniger Futterreste im Kot. Harnstoffgehalt verfolgen. Start in die Laktation und Stabilität bei Futterwechsel beobachten.

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