orgacell sc® mb

Lebendhefe und Mykotoxinbinder

Auf einen Blick

  • stabilisiert den Pansen, besonders unter Stress
  • reduziert das Acidoserisiko
  • weniger Futterreste im Kot
  • höhere Vitamin- und Biotinproduktion im Pansen
  • unterstützt die Futteraufnahme
  • enthält Bentonit – Bindung des Mykotoxins Aflatoxin B1 bei Rindern, Schweinen und Geflügel

orgacell sc® mb vereint die positiven Eigenschaften von Lebendhefe zur Pansenstabilisierung, Hefeextrakt und Vitaminen mit der Aflatoxin B1 Bindung von Bentonit.

Verpackung

20 kg Sack

Anwendung

Die Anwendung von orgacell sc® mb sollte von 1 - 2 Wochen vor dem Kalben über die gesamte Laktation bis zum Trockenstehen erfolgen.

orgacell sc® mb kann auch an Mastrinder und weibliche Nachzucht verfüttert werden.

Dosierung

orgacell sc® mb wird mit einer Dosierung von 20 g je Tier und Tag (am besten über die TMR) an Milchvieh verfüttert.

Lebendhefe – eine alte Bekannte

Die Verfütterung von Lebendhefe an Kühe und Rinder ist nicht neu. Die älteren unter den Landwirten berichten, dass sie ein Pfund Hefekultur aus der Backstube besorgten, wenn eine Kuh nicht fressen wollte. Gab man der Kuh diese Bäckerhefe aufgelöst in Wasser ein, fing sie meistens kurze Zeit später wieder an zu fressen.

Die Forschung hat sozusagen nachgezogen und mit Hilfe von Versuchen angefangen, die Beobachtungen aus der Praxis zur Wirkungsweise der Lebendhefe zu erklären. Die Versuchskühe reagierten auf die Lebendhefe mit erhöhter Futteraufnahme und gesteigerter Milchleistung. Sehr deutlich ist die verbesserte Verdauung von Fasermaterial an der Kotkonsistenz zu erkennen: Fasern und Körnerbestandteile im Kot nehmen ab, was besonders im Siebtest (siehe unten) ins Auge fällt.

Die Lebendhefe in orgacell sc® mb besteht aus Kügelchen, bei denen die lebenden Hefezellen von einer Schicht inaktiver Hefe ummantelt werden. Das ist wichtig, damit die Lebendhefe erst im Pansen aktiv wird und vor Luft, Feuchtigkeit und Gärsäuren geschützt bleibt.

Ein gut funktionierender Pansen ist die Grundvoraussetzung für eine gesunde, leistungsstarke Kuh.

Durchschnittliche Effekte aus zwei Versuchen

1. Feldversuch Frankreich, 541 Kühe von 22 Betrieben
2. Universität Utrecht, 67 Kühe

Milchfett & Milcheiweiß Produktion Milchleistung
Milchfett (g/Tag) Milcheiweiß (g/Tag)    
Kontrolle Lebend-Hefe Kontrolle Lebend-Hefe Kontrolle (kg/Tag) Lebend-Hefe
1.  1199 1254 (+ 55 g) 894 938 (+ 44 g) 27,1 28,6 (+ 1,5 kg/T.)
2.  1360 1380 (+ 20 g) 1170 1230 (+ 60 g) 33,8 35,7 (+ 1,9 kg/T.)

Quelle: Lesaffre Feed Additives

Hefen haben seit langer Zeit zu Recht einen festen Platz in der Tierernährung. Zahlreiche Versuche belegen wirksame Effekte auf Leistung und Gesundheit.

Siebtest

Fütterung ohne Lebendhefe
Fütterung ohne Lebendhefe

Der Siebtest bietet mit einfachsten Mitteln die Möglichkeit, sich ein Bild von den Vorgängen im Verdauungstrakt der Kuh zu machen. Eine Kotprobe wird in ein gewöhnliches Haushaltssieb gegeben und mit Wasser ausgespült, bis das Wasser klar ist. Zurück bleiben die unverdauten Futterbestandteile. Menge und Art der Rückstände zeigen die Intensität der Verdauung an.

Fütterung mit Lebendhefe
Fütterung mit Lebendhefe

Wird Lebendhefe gefüttert, ist dies deutlich sichtbar an einer reduzierten Menge an Reststoffen. Dabei nimmt besonders der Anteil an Maiskörnern ab.

Wirkung der in orgacell sc® mb verwendeten Lebendhefe Saccharomyces cerevisiae im Pansen

Lebendhefe verbraucht den Sauerstoff im Pansen

Sauerstoff wirkt auf die meisten Pansen-Mikroorganismen toxisch. Lebendhefe reduziert Sauerstoff, die Zellulose abbauenden Mikroorganismen nehmen zu. Das zeigt sich schon nach kurzer Zeit im Kot der Tiere (siehe oben); Faser- und Körnerreste nehmen ab. Durch die Bindung des Sauerstoffes an Lebendhefe steht mehr freier Wasserstoff zur Bildung von Propionsäure zur Verfügung.

Sowohl bei energieärmerer Fütterung in der Trockenstehphase als auch in der Laktation steigt die Produktion von Propionsäure im Pansen deutlich an. In der Leber wird diese später in den Energielieferanten Glukose umgewandelt.

Lebendhefe hält den Pansen-pH-Wert im optimalen Bereich

Milchsäure verbrauchende Bakterien werden besonders stimuliert und ihre Population im Pansen steigt signifikant an.

Durch eine verstärkte Umwandlung von Milchsäure in Propionsäure wird das Risiko von Acidose bei der Verfütterung von energiereichen Rationen zusätzlich verringert.

Der Pansen-pH-Wert wird auf dem erforderlichen Niveau gehalten, Schleimhaut und Mikroflora werden geschützt.

Pansen-Querschnitt
Pansen-Querschnitt

Ein dichter „Rasen“ aus Pansenzotten kennzeichnet einen leistungsfähigen Pansen. Tiefe pH-Werte können durch Säuren die Pansenzotten derart beschädigen, dass der „Rasen“ regelrecht Löcher bekommt und die Verdauung des Futters sich verschlechtert.

Achtung: Entgiftungsfunktion erlischt!

Eine ganz wesentliche Funktion des Pansens gerät bei pH-Werten unter 6 ins Stocken: der Abbau von Toxinen durch Einzeller wie Protozoen. Letztere bauen komplizierte Moleküle wie Mykotoxine ab, brauchen aber einen höheren pH-Wert, um ihre Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. In einem Pansen mit häufig tiefen pH-Werten ist also die Gefahr groß, dass Toxine nicht abgebaut werden und im weiteren Verlauf des Verdauungstraktes über das Blut in sämtliche Organe gelangen.

Weitere Inhaltsstoffe

orgacell sc® mb enthält neben den lebenden Hefezellen inaktivierte Hefe und das Tonmineral Bentonit. Eine spezielle Technik zur Staubbindung mit Pflanzenöl macht das Produkt staubfrei, ohne dass es verklebt. Die 20 g lassen sich problemlos in andere trockene Futterkomponenten wie Getreide oder Mineralfutter einmischen.

Hefe inaktiviert

Hefe enthält u. a. Enzyme und B-Vitamine und hat einen positiven Einfluss auf die Mikroflora im Verdauungstrakt. Substanzen der Hefezellwand haben bindende Eigenschaften und aktivieren die Immunabwehr des Tieres.

Bindemittel Bentonit

Bentonit mit einem Smektitgehalt von ≥ 70 % ist von der EFSA (europ. Behörde für Lebensmittelsicherheit) als Mykotoxinbinder für Aflatoxin B1 registriert worden. Tonminerale wie Bentonit bestehen aus einzelnen Silikat-Schichten, die wie Blättchen übereinander liegen. In dem Raum zwischen den Schichten ist Platz für fremde Ionen und Moleküle.

So auch im Smektit, der über eine besonders große innere Oberfläche von 600 - 800 m² je g verfügt und auf diese Weise auch organische Komplexe wie Myko- und Endotoxine aufnehmen und aus dem Tier schleusen kann.

Mykotoxine, die Unberechenbaren

  Vorkommen schädliche Wirkung u. a.
Aflatoxin B1 Soja, Erdnuss, Sonnenblume, Baumwollsaat etc. Leberschäden, Milch wird verseucht, cancerogen (krebserregend)
DON Mais, Weizen sinkende Futteraufnahme und Leistung, Schwächung Immunsystem
Zearalenon Mais, Weizen Fruchtbarkeitsstörung
Fumonisin Mais Leberstörung
Ochratoxin A Getreide Nierenschäden, Schwächung Immunsystem, Leistungsbereich
T2-Toxin Getreide, Mais Blutungen im Verdauungstrakt, Zellzahl

Pilze können sowohl auf dem Feld, als auch während der Lagerung auf Futtermitteln wachsen. Die von den Pilzen in der Vermehrungsphase produzierten Toxine sind oft nicht sichtbar und beim Tier schwer zu diagnostizieren. Es gibt kaum Grundfutter, das völlig frei von Pilzbelastung ist. In der Regel finden sich je nach Klima immer mehrere verschiedene Toxine im Futter, die sich in ihrer schädlichen Wirkung meistens noch verstärken. 2015 waren in Zentraleuropa z. B. 84 % aller Proben mit DON und 75 % mit ZEN belastet. Je nach Zustand des Pansens kann ein Teil der Mykotoxine durch Mikroorganismen unschädlich gemacht werden. Wird die Belastung zu hoch oder ist das Tier geschwächt, kommt es zu Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, struppigem Fell und meistens hohen Zellzahlen durch eine erhöhte Abwehrreaktion im Euter. Eine kontinuierliche, prophylaktische Gabe von Mykotoxinbindern ist daher sinnvoll, um die Belastung für den Organismus niedrig zu halten und die Tiergesundheit zu sichern. Lebendhefe und inaktivierte Hefe zur Optimierung der Pansenfunktion komplettieren die positive Wirkung von orgacell sc® mb hinsichtlich der Wirkung gegen Mykotoxine.

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